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Exkursion des Italienisch-Kurses der KS1 nach Sizilien – un´isola meravigliosa

Exkursion des Italienisch-Kurses der KS1 nach Sizilien – un´isola meravigliosa

Als Erholung nach der letzten Klausurenphase des Schuljahres ging es für uns ItalienischLiebhaber der 11. Jahrgangsstufe vom 3. bis zum 7. Juli in den Süden Italiens – genauer gesagt in die sizilianischen Städte Catania, einem UNESCO-Weltkulturerbe, und Syrakus. Aufgrund dieser weiten Entfernung vermag man es vielleicht, diesen Plan in ihrer Genialität anzuzweifeln, doch hatten wir das Glück, an einer der selteneren Schulexkursionen teilzunehmen, bei welcher man den Weg mit dem Flugzeug auf sich nimmt. Dennoch war die Reise von der eigenen Haustür bis zur Unterkunft in Sizilien unter anderem auch aufgrund einzelner unvorhergesehener Verzögerungen und dem Umstieg beim Flughafen in Rom weit und benötigte jeweils etwa zwölf Stunden. Das Abenteuer begann dann am Montagabend in einem B&B in Catania. Der erste Ausflug bestand in einer durch die Italienisch-Lehrerkräfte Frau Bieser und Frau Canitano, die mit uns dorthin reisten, geleiteten Führung durch die Innenstadt. Dabei gab es den historisch-theoretischen Part der aus dem Baustil der Häuser, Goethes Bezug zu Sizilien und „il terremoto di 1693“ bestand und den praktischen Teil, bei welchem wir mit sizilianischen Süßwaren und kühlem, frisch gepressten Orangensaft einer der vielen Stände, die diesen dort anboten, verköstigt wurden. Da am nächsten Tag ja schon die Weiterfahrt nach Syrakus bevorstand, beschlossen wir unseren freien und letzten Abend in Catania auszunutzen und kehrten in ein „Ristorante“ ein, in welchem unter anderem die dort typische Spezialität „cavallo“ zum Essen angeboten wurde. Dieses Pferdefleisch bestellten sogar zwei demnach wohl sehr weltoffene Schüler als „secondo piatto“ wobei zeitweise noch die Frage im Raum stand, ob der durchwachsene Teil nicht noch aus Resten vom Sattel bestehen könnte. Am Dienstagmorgen hatten wir von der oberen Ebene einer Kirche eine wunderbare Aussicht auf den immer noch aktiven Vulkan Ätna und das Meer. Aus diesem kamen die „frutti di mare“, die wir auf dem Markt vorfanden, den wir danach besuchten. Von Muscheln die vereinzelt wirkten, als würden sie in hohem Bogen Wasser ausspucken bis zu riesigen, aufgeschnittenen Schwertfischen nebst ihren Köpfen war alles auf diesem altmodisch wirkenden Markt, bei denen Verkäufer lautstark rufend ihren Fang beworben, dabei. Der Markt bestand aus noch einem anderen Teil, auf dem Obst, Gemüse und Fleisch zum Verkauf standen. Dort bekamen wir sogar einen vereinzelten Schweinekopf zu Gesicht. Auf eine andere Weise anschaulich war unser darauffolgender Besuch bei der „università di Catania“, wo wir durch eine ausführliche Führung mehr über ihre verschiedenen Bestandteile des früheren Benediktinerklosters und deren Bedeutung erfuhren. Nach dem Mittagessen stand schon unsere Reise nach Syrakus mit dem „pullman“ bevor. Zum Glück verpassten wir diesen nicht, denn einige von uns kamen stark schnaufend im B&B an, da das Lokal, wo sie zum Mittagessen waren sehr lange mit der Bestellung brauchte und sie mit vollem Magen zurückrennen mussten. Die allgemeine Entspanntheit der italienischen Verkehrsteilnehmer wurde uns bei der Taxifahrt vom Pullman bis zum AirB&B in Syrakus ein weiteres Mal vor Augen geführt. Die unzähligen Mofas schlängelten sich an den Autos vorbei, wenn es gerade passte und bretterten mit halsbrecherischen Geschwindigkeiten an unübersichtlichen Kurven entlang. Die einzige Funktion des Zebrastreifens war, dass man nicht über den Haufen gefahren wurde, wenn man mitten auf der Straße stand, sonst versuchten die Autos dort immer um die Fußgänger herumzufahren. Unser Taxifahrer klatschte, sang und schaute die Hälfte der Fahrt nach hinten, um mit uns zu reden. Allein in Catania habe ich in diesen zwanzig Stunden fünf Autoalarmanlagen gehört – von der Kriminalität blieb unser Kurs allerdings zum Glück verschont. Die Zimmer im AirB&B in Syrakus waren eher kleine Wohnungen – eine für die Mädchen und eine für die Jungen. Sie waren auch komfortabel, nur die Treppe im Teil der Jungen bereitete uns Sorge, da sie aufgrund ihres Wackelns eine gewisse Einsturzgefahr ausstrahlte. Am Abend kam schließlich das Highlight. Wir trafen nämlich auf Schüler einer nahegelegenen Schule, die freundlicherweise einen ihrer Ferienabende für einen Strandspaziergang mit uns aufopferten. Dieser Spaziergang war zudem mit einem Spiel verbunden: Wir wurden in Gruppen eingeteilt und bekamen jeweils einen Teebeutel als Startkapital. Diesen galt es, mit fremden Leuten für etwas anderes einzutauschen. Den neuen Gegenstand konnten wir wieder eintauschen und das Ziel war es, am Ende die Gruppe mit dem Wertvollsten Gegenstand zu sein. Später verbrachten wir noch etwas Zeit mit den Italienern am Meer während wir „Arancini“ aßen, die es dort an jeder Ecke zu kaufen gibt. Das Meer war vor uns natürlich nicht sicher, da es nur etwa zehn Minuten Fußmarsch von unserer Unterkunft entfernt war und wir dort die Zeit vor allem an den Abenden verbrachten, die wir nach unserem eigenen Belieben gestalten konnten. Etwas weiter zu laufen war der Weg zum „Parco Archeologico di Siracusa“, wo wir eine größtenteils deutschsprachige Führung erhielten. Dort fand sogar vor einiger Zeit ein Teil der Dreharbeiten für den letzten Indiana Jones-Film statt und wir besichtigten eine Höhle die aufgrund ihrer Form den von Caravaggio geprägten Namen „Ohr des Dionysios“ trug. Die Rede ist dabei nicht vom Weingott Dionysos, sondern vom syrakusischen Tyrann Dionysios. Nach dem Mittagessen ging es dann drei Stunden lang zur Sprachschule „Chiacchiere“, wo wir in zwei Gruppen eingeteilt wurden. Wir hatten also jeweils eine sizilianische Sprachlehrkraft für vier oder fünf Schüler. Ziel war es, selbst möglichst viel zu sprechen und somit führten wir eine Unterhaltung mit unserer Sprachlehrerin, anstatt Grammatikaufgaben zu lösen. Wir sprachen über Handynutzung, Zukunftspläne, Erfahrungen mit Italien und vor allem über Musik. So fasste sogar ein Schüler den Mut, aus dem Stegreif vor der Gruppe eines seiner italienischen Lieblingslieder vorzusingen und wir schauten uns sowohl populäre italienische, sowie auch deutsche Musikvideos an. Allerdings ereignete sich in der Pause das große Unglück: Vier Schüler wurden von den Plagen der Übelkeit, Bauch- und Kopfschmerzen heimgesucht. Ob dies an der Hitze oder am Laden lag, wo unter anderem auch diese Schüler ihr Mittagessen einnahmen, bleibt ungeklärt. Diese Leute konnten deswegen krankheitsbedingt bis zum Donnerstagabend nicht mehr am Programm teilnehmen. Für die anderen ging es allerdings am Morgen dieses Donnerstags auf ein Motorboot. Mit zwei Männern, die diesen Ausflug leiteten fuhren wir dann auf dem Meer an Klippen entlang und durch Grotten, wo das Wasser wie von Zauberhand sogar türkis erschien. Wenn wir schon mal die einmalige Chance hatten, dort zu baden, kam es natürlich nicht in die Tüte, diese nicht zu nutzen. Auch fuhren wir vom salzhaltigen Mittelmeer zu einer Süßwasserquelle, wo wir uns ein weiteres Mal ins kühle Nass stürzten. Natürlich durfte auch Teil 2 unseres nachmittäglichen Sprachkurses nicht fehlen. Dabei war die Teilnehmeranzahl allerdings ja etwas dezimiert. Diesmal beschränkten sich die Lerninhalte eher auf italienische (vor allem sizilianische) Naturphänomene, Bräuche und Speisen. Besonders eindrucksvoll war zudem die spontane gesangliche Einlage unserer Chormitglieder in der Pause, von welcher sich die Sprachlehrkräfte sehr überwältigt zeigten. Am letzten geplanten Programmpunkt, der Besichtigung des „duomo di Siracusa“, konnte der Großteil der Gruppe am Donnerstagabend wieder teilnehmen. Den letzten Abend verbrachte jeder auf seine Weise. Ob im „centro storico“, „mare mediterraneo“ oder Pantomime spielend (oder alles zusammen), jeder fand noch einmal für sich die italienische Erfüllung. Am Freitag traten wir schließlich die nicht so sehnlich erwartete Rückreise an. Für eine Schülerin ging dabei sogar fast der ganze Geburtstag drauf. Nach einer noch turbulenteren Taxifahrt als am Dienstag schlugen wir die gleiche Route (mit Ausnahme des Zwischenstopps, der diesmal in Mailand war) wie beim Hinweg ein. Nach einigen Verzögerungen landeten wir dann schließlich am Freitagabend um etwa 20 Uhr wieder in Frankfurt am Main und jeder fuhr selbstständig nach Hause. Trotz der Übelkeitsgeschichte hatten aber alle insgesamt „un tempo meraviglioso nella bellissima Sicilia“!

Ein Artikel von Justus Schwarz

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